Sachkunde § 34a GewO
Ohne Sachkunde kein Einsatz in den wichtigsten Bewachungsbereichen
Für einen Teil der Bewachungstätigkeiten genügt die Unterrichtung bei der IHK. Für die kommerziell interessantesten Einsätze nicht: Dort verlangt § 34a Absatz 1a GewO eine bestandene Sachkundeprüfung. Wer sein Personal dafür nicht vorbereitet, kann Aufträge schlicht nicht besetzen.
Auf einen Blick
- Rechtsgrundlage§ 34a GewO
- Prüfende StelleIHK
- Prüfungsteileschriftlich + mündlich
- Aufgaben schriftlich82
- Punkte120, bestanden ab 60
- Bearbeitungszeit120 Minuten
- Sachgebiete9
- Gültigkeitunbefristet
- Katalog bei Wachtrainerüber 1.500 Fragen
Abgrenzung
Unterrichtung oder Sachkundeprüfung? Zwei verschiedene Dinge
Die beiden Begriffe werden im Alltag oft vermischt. Für die Einsatzplanung ist der Unterschied entscheidend, weil er darüber bestimmt, wen Sie wo einsetzen dürfen.
| Merkmal | Unterrichtung | Sachkundeprüfung |
|---|---|---|
| Charakter | Schulung bei der IHK, keine Prüfung | Echte Prüfung, muss bestanden werden |
| Abschluss | Teilnahmebescheinigung | Prüfungszeugnis der IHK |
| Durchfallen möglich | Nein, Teilnahme genügt | Ja, beide Teile müssen bestanden werden |
| Reicht für | Allgemeine Bewachungsaufgaben, etwa Objekt- und Werkschutz | Zusätzlich die in § 34a Abs. 1a GewO genannten Tätigkeiten |
| Vorbereitung nötig | Kaum, der Stoff wird vorgetragen | Ja, Rechtswissen muss abrufbar sitzen |
Praktisch heißt das: Eine Kraft mit Unterrichtungsnachweis können Sie im Werkschutz einsetzen, aber nicht als Kaufhausdetektiv und nicht im Einlass einer Diskothek. Fehlt die Sachkunde, fällt der Mitarbeiter für genau die Aufträge aus, die üblicherweise besser bezahlt werden.
Pflichttätigkeiten
Diese fünf Tätigkeiten verlangen zwingend die Sachkunde
§ 34a Absatz 1a Satz 2 GewO zählt sie abschließend auf. Wer eine dieser Aufgaben übernimmt, muss die Prüfung vor der IHK bestanden haben.
Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum
Ebenso in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr. Betrifft City-Streifen, Bahnhöfe, Einkaufszentren und vergleichbare Flächen.
Schutz vor Ladendieben
Der klassische Kaufhausdetektiv. Hier greifen Festnahmerecht, Notwehr und Datenschutz unmittelbar ineinander, deshalb die höhere Anforderung.
Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken
Türsteher brauchen die Sachkunde. Der Einlass ist der Bereich mit der höchsten Konfliktdichte und entsprechend hohem Rechtsrisiko für den Betrieb.
Flüchtlingsunterkünfte, leitende Funktion
Für die Bewachung von Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften gilt die Sachkundepflicht in leitender Funktion.
Großveranstaltungen, leitende Funktion
Bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen ist die Sachkunde für die leitende Funktion vorgeschrieben.
Gewerbetreibende selbst
Wer ein Bewachungsgewerbe betreibt oder mit der Leitung betraut ist, muss die Sachkunde ebenfalls nachweisen.
Maßgeblich ist der Gesetzestext: § 34a GewO auf gesetze-im-internet.de. Diese Seite fasst die Regelung für die Praxis zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung.
Prüfung
Schriftlich, dann mündlich, und beides muss sitzen
Die Prüfung wird von der Industrie- und Handelskammer abgenommen. Sie besteht aus zwei Teilen, die nacheinander abgelegt werden.
Schriftlicher Teil
82 Aufgaben in 120 Minuten, 120 erreichbare Punkte, bestanden ab 60. Je Aufgabe ist mindestens eine, höchstens sind zwei Lösungen richtig. Wer hier nicht besteht, wird zum mündlichen Teil nicht zugelassen.
Seit dem 1. Juli 2025 gilt ein Teilpunktesystem: Jedes richtig gesetzte Kreuz bringt einen Punkt, die Punktzahl einer Aufgabe steht bei der Aufgabe. Wer mehr Kreuze setzt, als die Aufgabe Punkte hat, bekommt für sie null Punkte. Raten wird damit bestraft, teilweises Wissen dagegen anerkannt.
Mündlicher Teil
Vor einem Prüfungsausschuss. Hier zeigt sich, ob jemand den Stoff verstanden hat oder nur auswendig gelernt. Wer die Rechtsgrundlagen sicher abrufen kann, argumentiert im Gespräch deutlich ruhiger.
Die neun Sachgebiete
Der Fragenkatalog der IHK-Prüfung ist in neun Sachgebiete gegliedert. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Recht und auf dem Umgang mit Menschen.
- Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung
- Gewerberecht
- Datenschutzrecht
- Bürgerliches Gesetzbuch
- Straf- und Strafverfahrensrecht
- Umgang mit Waffen
- Unfallverhütungsvorschriften im Wach- und Sicherungsdienst
- Umgang mit Menschen, insbesondere Verhalten in Gefahrensituationen, Deeskalation und interkulturelle Kompetenz
- Grundzüge der Sicherheitstechnik
Warum manche IHK sieben Sachgebiete nennt: Rechtsgrundlage ist Anlage 2 der Bewachungsverordnung, und die bündelt dieselben Inhalte zu sieben Positionen. Gewerberecht steht dort im ersten Sachgebiet, der Umgang mit Waffen beim Straf- und Strafverfahrensrecht. Geprüft wird in beiden Zählweisen dasselbe. Trägt Ihr Personal zusätzlich eine Waffe, kommt die Waffensachkunde nach § 7 WaffG als eigener Nachweis hinzu.
Für den Betrieb
Bewacherregister: der Nachweis muss auch hinterlegt sein
Die Qualifikation Ihrer Leute ist mit dem Prüfungszeugnis nicht erledigt. Das Bewacherregister wird beim Statistischen Bundesamt geführt, und als Gewerbetreibender melden Sie Ihre Wachpersonen dort an und wieder ab. Änderungen müssen Sie unverzüglich mitteilen, spätestens vierzehn Tage nachdem Sie davon erfahren haben.
Für die Praxis bedeutet das zweierlei. Erstens führen Sie ohnehin Buch darüber, wer welche Qualifikation hat. Zweitens hilft es, wenn Sie den Ausbildungsstand Ihrer Belegschaft schon vor dem Prüfungstermin kennen, statt erst nach dem Durchfallen zu reagieren.
Genau dafür ist das Firmen-Dashboard gedacht: Sie sehen je Mitarbeiter, wie viele Prüfungssimulationen absolviert wurden und wie viele davon bestanden waren.
Woran Betriebe denken müssen
- Zuverlässigkeit der Wachperson muss nachgewiesen sein
- Qualifikationsnachweis passend zur vorgesehenen Tätigkeit
- An- und Abmeldung im Bewacherregister
- Änderungen binnen vierzehn Tagen melden
- Nachbesetzung einplanen, bevor eine Qualifikation fehlt
Rechtsgrundlage: § 11b GewO.
Vorbereitung
Wie Wachtrainer.de bei § 34a unterstützt
Hier bleiben wir genau: Was fertig ist, ist fertig. Was nicht, sagen wir auch.
Der § 34a-Katalog ist freigeschaltet
Die IHK veröffentlicht ihre Originalfragen nicht. Es kann deshalb niemand einen „Original-Fragenkatalog" anbieten, und wir tun es auch nicht. Was wir anbieten, ist ein prüfungsnaher Katalog mit über 1.500 Fragen entlang der neun Sachgebiete der IHK-Prüfung.
Trainieren lässt sich nach acht Themenbereichen oder über den gesamten Katalog, dazu Schnell-Training gegen die Uhr, markierte Fragen und ein Fokus-Pool aus dem, was zuletzt falsch war.
Die Prüfungssimulation läuft im Format seit dem 1. Juli 2025: 82 Aufgaben in 120 Minuten, 120 Punkte, bestanden ab 60, Teilpunkte je richtigem Kreuz und null Punkte bei zu vielen Kreuzen. Firmenkunden erhalten den Katalog bei Freischaltung ohne Aufpreis.
Drei Kataloge laufen im Portal
- § 34a GewO mit über 1.500 Fragen in acht Themenbereichen und der Prüfungssimulation im IHK-Format
- § 7 WaffG mit 575 Fragen für Berufswaffenträger im Objektschutz sowie Geld- und Werttransport
- UZwGBw mit 180 Fragen für Bundeswehr-Wachpersonal und gewerblichen Kasernenschutz
- Alle drei im Firmen-Dashboard auswertbar, je Mitarbeiter
Häufige Fragen
Was zu § 34a am häufigsten gefragt wird
Was ist der Unterschied zwischen Unterrichtung und Sachkundeprüfung?
Für welche Tätigkeiten ist die Sachkundeprüfung zwingend?
Welche Sachgebiete werden in der Sachkundeprüfung geprüft?
Wie läuft die Sachkundeprüfung bei der IHK ab?
Wie wird die schriftliche Prüfung seit Juli 2025 bewertet?
Was muss ein Sicherheitsunternehmen beim Bewacherregister beachten?
Gibt es bei Wachtrainer.de einen Fragenkatalog für die Sachkundeprüfung?
Ersetzt ein Online-Training die Unterrichtung oder die Prüfung?
Wie lange gilt der Sachkundenachweis?
Sie schulen mehrere Mitarbeiter?
Mit einem Firmenzugang legen Sie Ihre Belegschaft im Dashboard an und sehen vor dem Prüfungstermin, wer sicher ist und wer nicht. Die Kataloge zu § 34a GewO, § 7 WaffG und UZwGBw sind sofort nutzbar.